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Familienhebamme

Aufsuchende und einbettende Familienhilfe rund um das Nachbarschaftsheim "Alte Feuerwache" und in Wichlinghausen.

Bei ihrer Arbeit im Haus der Mutter lernt die Hebamme die Lebensverhältnisse sehr genau kennen und es entsteht in der Regel ein intensives Vertrauensverhältnis. Jetzt wäre es naheliegend, diese Kenntnis und dieses Vertrauensverhältnis zu nutzen, um die junge Mutter auch in den vielfältigen Fragen zu unterstützen, welche die seelisch-geistige Entwicklung des Kindes betreffen. Genau dieses tut eine "Familienhebamme" und führt die junge Mutter zusätzlich ggf. auch Schritt für Schritt aus der häuslichen Isolation in den Kontakt mit anderen jungen Familien, z.B. bei einer Krabbelgruppe.

In Herrn Joachim Heiß von der "Alten Feuerwache" » fand die Stiftung einen Anbieter offener stadtteilbezogener Jugendarbeit, der großes Interesse an der Begleitung von Kindern von Anfang an hat. Familienhebamme Annette Berthold ist nun im Rahmen der Stadtteilarbeit der Alten Feuerwache tätig, sodass auch bei schwierigen Verhältnissen dauerhaft und über die Babyzeit hinaus die jungen Familien im "Gesunden Kinderhaus" der Alten Feuerwache verläßliche Ansprechpartner finden. Im Bezirk Wichlinghausen kümmert sich seit 2011 Familienhebamme Tanja Helpenstein um junge Familien.

Förderung: Die halben Stellen dieser Familienhebammen wurden von der Winzig Stiftung befristet finanziert. Zugleich wurde nach einer dauerhaften Finanzierungslösung gesucht. Im Zuge dieser Suche entstand das Stiftungs-Projekt "Winzig$" », welches vielfältige stützende Angebote für junge Familien fördert, aber die Auswahl der konkreten Angebote ganz den Familien überlässt.

Die Winzig Stiftung begrüßt es sehr, dass der Einsatz von Familienhebammen inzwischen Fördergegenstand der Bundesinitiative "Frühe Hilfen" geworden ist. Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, nämlich der öffentlichen Finanzierung der nicht nur aus Stiftungssicht wichtigen Arbeit von (Familien-)Hebammen. Hier berichtete zuletzt "bild der wissenschaft" über eine entsprechende Studie der Cochrane Collaboration:"Bessere Geburt dank Hebamme" » - im Ergebnis kommt die Studie zu dem Schluss, dass es bei einer hebammengeleiteten Betreuung von Schwangerschaft und Geburt zu weniger Komplikationen kommt. Die Untersuchung liefert einen Beleg für den nahe liegenden Schluss, dass die Hebammenfunktionen von genau einer Person wahrgenommen werden sollten. Der Helferwirrwarr um die Mütter wird reduziert und Vertrauen und Beziehung gestärkt.

Bleibt zu hoffen, dass die verringerten Risiken bei der Geburt als Kostenaspekt des Gesundheitswesens auch durch dieses aufgegriffen wird und z.B. die Rufbereitschaftspauschale der Hebammen endlich Eingang in die Finanzierung durch die Krankenkassen findet.